Ein hydraulischer Widder (auch: Stoßheber, Staudruck-Wasserheber oder Wasserwidder) verwendet die Energie eines Wasserfalls, um Wasser über den Ursprung des fallenden Wassers hinaus in die Höhe zu pumpen – mit einer sehr einfachen hydraulischen und mechanischen Vorrichtung. Er wurde von Joseph-Michel Montgolfier erfunden, der 1782 gemeinsam mit seinem Bruder Jacques-Etienneden ersten Heißluftballon gebaut hatte. 1782 hatte Joseph Montgolfier die Idee, den Druckstoß des Wassersfür einen einfachen Mechanismus anzuwenden, um Wasser in Richtung der Papierfabrik seiner Familie in Vidalon zu pumpen. Der Effekt des Druckstoßes kann bei einem Wasserhahn beobachtet werden, der plötzlich abgedreht wird: Aufgrund der Trägheitskraft des fließenden Wassers kommt es zu einem Schock im Rohrsystem, der ein Geräusch produziert. Der hydraulische Widder nimmt Wasser in einer hydraulischen Fallhöhe (Druck) und Durchflussrate auf und gibt das Wasser in einer höheren Fallhöhe und mit niedrigerer Durchflussrate ab. Der Druckstoß des Wasser wird dafür verwendet, um einen Druck zu erzeugen, der einen Teil des Wassers, das die Pumpe antreibt, an einen noch höheren Punkt pumpt als den, von dem aus das Wasser gekommen ist. Der hydraulische Widder wird oft in entlegenen Gegenden eingesetzt, wo eine Wasserquelle mit niedrigem Gefälle vorhanden ist, das Wasser aber an einem höher gelegenen Punkt als die Quelle gebraucht wird und hinauf gepumpt werden muss. In solchen Situationen ist der Widder oft nützlich, da für den Betrieb nichts anderes als die Bewegungsenergie des fließenden Wassers gebraucht wird.

